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Mann Frau Gruppe
 
Andreas Eggebrecht

 
 

Ich bin Jahrgang 1950, lebe in einem Seitental bei Simonswald, viel Stille, viel Natur. "Von Haus aus" bin ich Heilpraktiker, ausgebildet in Initiatischer Therapie, Jungscher Psychologie und Personaler Leibtherapie und arbeite heute in verschiedenen Seminarorganisationen u. a. als Webmaster, Webdesigner und Softwareentwickler.

Wie wir alle bin ich auf meinem Weg der Mensch- und Mannwerdung durch die verschiedenen Männer­themen gegangen, durch Erfolge und Pleiten, Erleuchtungen und Verdunkelungen, Depressionen und Glücksmomente, Zorn und Liebe.


Leben
1968 war ich 18 Jahre alt und würde eigentlich zu den "Alt­achtund­sechzigern" zählen, wäre ich nicht in den letzten Jahren zur Besinnung gekommen und hätte meine eigentlich unreflektieren Sichtweisen neu justiert, was sich anfühlte wie "es fällt mir wie Schuppen von den Augen".

Aber bleiben wir bei den 68ern. In diesen Jahren der Umwälzungen faszinierte mich recht schnell das Phänomen "Bewußtsein" und seine verschiedenen Veränderungen und Erscheinungsformen und ich wollte wissen, wie das Ding funktioniert.

Dieses Wissen-Wollen treibt mich an.

Die Schriften von Freud hatte ich schon mit 16 verschlungen, hatte wilde öffentliche Wilhelm Reich-Lesungen abgehalten, da stieß ich auf C.G. Jung.

Ich hatte das Glück, gleich nach dem Abitur mein leidenschaftliches Interesse für die Jung'sche Psychologie in "Rütte"
"Existential-Psychologische Bildungs- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte
vertiefen zu dürfen, lernte bei Graf Dürckheim die Anfänge des Zen und der "Initiatischen Therapie" und bei Maria Hippius die Psychologie der Bewußt­seins­entwicklung. Später arbeitete ich in Rütte als therapeutischer Mitarbeiter (Leibtherapie), unter persönlicher Supervision von Dürckheim.

In den Jahren darauf gründete ich zusammen mit Freunden in Freiburg einen Verein ("Forum International"), der Kapazitäten der New-Age-Psychologie nach Deutschland lud, zu Workshops, Vorträgen und Kongressen. Es war ja das kürzeste New Age aller Zeiten.

Ich gründete eine Werbeagentur, arbeitete als Taxifahrer und Therapeut und wo immer es möglich war, folgte ich meiner Neugier und ließ ich mich auf neue Methoden und Erfahrungen ein. Ohne fanatischer Anhänger einer bestimmten Richtung zu werden, nahm ich an den verschiedensten Gruppen und Seminaren teil: Zen Sesshins, Enlightenment Intensivs, Bioenergetik-Gruppen, Gestalt­therapie, schama­nische Reisen, natürlich tantrische Experimente, Quadrinity Prozess, NLP, Landmark Education, Avatar Master, Bernstein Camp, SAT I-IV, Initiation im New Warrior Training Adventure, Universal Experience (A. Lowen), Freiraum-Party in der Toscana :-) ...


Mannwerdung
Mein eigenes Mannsein habe ich über viele Jahre fast nur mit Frauen gelebt. Erst vor etwa 12 Jahren lernte ich im Rahmen der "Events" und im "Mens Room" von Purna Steinitz dieses Energiefeld des "unter Männern Seins" kennen. Hier liegt auch eine Wurzel meiner Männerarbeit, eine andere im 4-tägigen Männerfeuer in der Wutachschlucht, wo ich für ein Jahr Träger des Elder-Stick sein durfte.

Heute
Es liegt auch am Älterwerden, dass mir zunehmend bewußt wird, was wir verloren haben seit den 68ern. Damals wie heute ging es darum, neue Freiheiten und Lebendigkeiten zu gewinnen gegen eine spießige verhärtete Bourgoisie. Heute bilden die 68er von damals selber die spießige verhärtete Bourgoisie, die mit ihren absurden Forderungen ("Für mehr Toleranz - nieder mit den Rechten") und Hass-Parolen ("Deutschland verrecke") derzeit eine unerträgliche Meinungsdiktatur aufbauen, die wie ein Mainstreamtsunami daherkommt und alle, die nicht mitmachen, mit den perfidesten Tricks diffamieren, denunzieren und an den Pranger stellen. Das hatten wir schon mal, vor 80 Jahren, oder frischer, in der DDR.

Ich befürchte, dass die menschenfeindlichen Ideologien, die wir damals bekämpft haben, weil sie für uns die Feinde von Geist, Seele und Menschsein waren — Kapitalismus, Imperialismus, Militarismus — dass diese heute wieder da sind als rot-grüne Linksideologien, als eine Art von neuem Faschismus, und alles, was noch an Geist, Seele und Tiefe übrig ist, vernichten, religiöse Überzeugungen lächerlich machen, alle Unterschiede und Polaritäten des Seins zu einem grenzenlosen Einheitsbrei wegkonstruieren, ursprünglich gegebenene Solidaritäten diffamieren und wollen, dass wir hassen, woher wir kommen.

Was kann ein Mann tun? Wagen, es wahrzunehmen, es zu fühlen. Es fällt mir immer wieder wie Schuppen von den Augen und was ich wahrnehme, tut weh. Ja, es macht mir Angst. Und es entzündet in mir einen Heiligen Zorn.

Die Lebensqualität, das Lebensgefühl, nach dem ich mich sehne, hat sich verändert, vertieft, verfeinert und ich muss mir eingestehen, dass ich Sehnsucht habe nach einer geistigen Heimat und Verwurzelung für mich, für uns. Ich muss mir eingestehen, dass ich im Herzen konservativ bin: Ein Bewahrer.

 
 
 
 
 
 
 
Kontakt + Impressum    Aktualisiert : 18.10.2017