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Mann Frau Gruppe
 
Am Wegrand sitzen zwei Lemminge, sie sind depressiv und sehen keinen Sinn, weiter zu wandern. Mit betrübten Gesichtern schauen sie auf ihre zielstrebigen Artgenossen, die eifrig twitternd ihren Weg gehen. Die beiden schämen sich und fühlen sich schuldig. Unter den vorbeihastenden Lemmingen ist auch ein Motivationstrainer, er ruft den beiden zu: "Auf Junx, wer nicht vorwärtsstrebt, bleibt zurück!"


Mann sein heute
W
enn du dich als Mann abgewertet und schuldig fühlst, ist das nur zum Teil ein "persönliches Problem, an dem du zu arbeiten hast" (wie deine Partnerin meint). Es ist hauptsächlich eine dem Zeitgeist angepasste verzerrte Selbstwahrnehmung, die durchaus mit den Meinungsströmungen der herrschenden Mainstream-Ideologien zu tun hat.
 
"Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. ...  Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun."
"I find myself increasingly shocked at the unthinking and automatic rubbishing of men which is now so part of our culture that it is hardly even noticed,"
                    (Doris Lessing, feministische Autorin, Literaturnobelpreis, in "The Guardian")
Es ist an der Zeit, aus dieser "kaum noch wahrgenommenen" Mainstream-Trance aufzuwachen.


Männer als die Wurzel des Übels
Seit den 68ern wurde mit zunehmendem Eifer an dem Mythos gehäkelt, die Männer seien "die Wurzel des Übels". Endlich durften Eva und die Schlange ihre Rolle als Sündenbock abgeben und nun die Männer als die wahren Schuldigen hinstellen.

Und über Jahrzehnte hinweg gab es in der Öffentlichkeit kaum eine männliche Persönlichkeit, die nicht eingestimmt hätte in diesen Chor. Ob Politiker, Journalisten, Schlagersänger oder Männerforscher, sie alle passten sich ohne jeden Widerstand dem Zeitgeist an und versuchten, "die Guten" zu sein und als die noch besseren Feministinnen dazustehen. Sie redeten die Mann noch schlechter als die Frauen und forderten einen "neuen Mann", der sich bedingungslos den weiblichen Ansprüchen unterwarf
zitiert aus Arne Hoffmann, Männerbeben
und im Bewußtsein seiner Schuld an der Jahrtausende währenden Unterdrückung der Frau das Maul hielt.

"Wir haben die Männer ziemlich gut dressiert", befindet Candace Bushnell, Autorin von "Sex an the City". Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig uns Männern diese "kulturelle Trance" bewußt ist. Hier ein paar Stichpunkte zum Bewusst­machen und Aufwachen:
"Der Mann ist das Problem" (Udo Jürgens)
"Was ist ein Mann in Salzsäure? - Ein gelöstes Problem!" (Alice Schwarzer)
"Ein toter Vater ist Rücksicht in höchster Vollendung." (Maureen Green, zitiert von "Emma"-Autorin Leona Siebenschön)
"Im Vergleich mit Männern sind Frauen - egal welcher politischen Überzeugung - immer noch die besseren Menschen." ( Plutonia Plarre, TAZ)
"Wer eine menschliche Gesellschaft will, muss die männliche Gesellschaft überwinden." (Erhard Eppler, Grundsatzprogramm der SPD)
"Gewalt hat ein Geschlecht: das männliche." (Alice Schwarzer)
"Männer haben keine Zukunft" (Buchtitel, Anthony Clare)
"Auslaufmodell Mann" (Buchtitel, Lionel Tiger)
"Der Mann. Ein Irrtum der Natur" (Buchtitel, Steve Jones)
"Sind Männer das nutzlose Geschlecht?" (Buchtitel, Ernst Hribering)
"MännerVersagen" (Buchtitel, Dieter Otten)
"Was tun mit nutzlosen Männern?" (Buchtitel, Scott Wilson u.a.)
"Mimosen in Hosen" (Buchtitel, Sabina Riedl u.a.)
Leseprobe: "Kein Wunder, dass sich die Natur für die Weibchen mehr ins Zeug gelegt hat. Sie mussten zäher, widerstandsfähiger, einfühlsamer und sensibler sein als die Erzeuger ihrer Kinder. Männer waren, ebenso wie ihre Samenzellen, als billige, rasch austauschbare Massenware konzipiert, als Kanonenfutter oder menschliche Schilde bei gewalttätigen Auseinandersetzungen."
Es sind glücklicherweise immer weniger Männer, die sich im Nebel der kulturellen Trance diesen Stiefel anziehen.

Politische Arbeit - Bewußtseinsarbeit
 
In unserer Männerarbeit geht es nicht um eine unmittelbar politische Arbeit, sondern um Bewußtwerdung - auch die Bewußtwerdung dieser gesellschaftlichen, kollektiven Ebene des "Mainstream". Dieser Weg ist - um ein Modell von C. G. Jung zu benutzen - eine Arbeit am kollektiven Unbewußten. Das heißt: Männer bahnen einen Pfad in der Landschaft des Bewußtseins, der dann auch gangbar wird für andere Männer.

Es ist kein Zeichen von Gesundheit,
an eine von Grund auf kranke
Gesellschaft gut angepasst zu sein.

(Krishnamurti)
Bewußtsein heißt, zu sehen und wahrzunehmen, was wirklich geschieht und das Eigene aus dem Bann der kollektiven Trance zu befreien.


 
 
 
Kontakt + Impressum    Aktualisiert : 18.10.2017