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Mann Frau Gruppe
 
"Die dunkle männliche Energie des 'Kriegers', der dem Tod begegnet und, wenn nötig, morden kann, ist ein wichtiger Teil von Dir. ... Aber die dunkle maskuline Energie wird in der heutigen Zeit so sorgfältig unterdrückt, dass der Durchschnittsmann sein gelangweiltes Gesicht lieber hinter einem coolen Lächeln verbirgt, als sein wohlgeplantes, bequemes und sicheres Leben zu unterbrechen, um seine eigene Todesangst zu durchdringen."              (David Deida
Der Weg des wahren Mannes
)  
 
W
o ein Mann an solchen Punkten in seine Tiefen taucht, ist es gut, andere Männer um sich zu haben, denen vertraut werden kann und die selbst dort, wo es um Tabus geht, nicht zurückschrecken und das Kruzifix ihrer Ideologie erheben, sondern empathisch und solidarisch bereit sind, diesen verpönten Teil auch in sich selbst vorzufinden, bewußt zu machen und zu erlösen.

 

Liebe, Tod und Teufel
Liebe
Eine wesentliche Quelle der Liebe eines Mannes ist das "Feuer im Bauch", das sich nährt aus seinem Engagement für "das Eigene". Es ist der Heilige Zorn, der sein Herz zum Glühen bringt und es schmiedet.

Ein Mann liebt, was ihm sein Eigenstes ist: Seine Partnerin, seine Freunde, seine Familie, sein Land. Als Mann schöpft er Kraft aus seiner Liebe zu seinen Vätern und Großvätern.

Ein Mann lebt immer auch aus seinem Gegenpol, der Frau — und nicht nur, indem er sich ihr und seinem Bedürfnis nach ihr hingibt, sondern indem er wach und bewußt die Mann-Frau-Polarität aufspannt und bewahrt, aus sich heraus. Denn Mannsein lernt er nicht bei der Frau, auch wenn es sich bei ihr bewahrheitet: Ein liebender Mann, der zur Frau geht, muss "von den Männern kommen".

Nirgendwo sonst wird ein Mann mehr gefordert, er selbst zu sein, zu bleiben und zu seinem Wort zu stehen als in diesem Balanceakt zwischen der Treue zu seiner Partnerin und der Treue zu sich selbst.
Tod
Eine wesentliche Quelle der Authentizität eines Mannes ist sein Vertrautsein mit "dem Tod". Der Tod - das meint alles, was über die waagerechte Zeitlinie unseres raumzeitlich bedingten Daseins hinausreicht - zum Einen als das "Vorher": Woher komme ich? und das "Danach": Was soll das Ganze?

Zum anderen als die Senkrechte, die diese Waagerecht der Zeit kreuzt: Die "Ewigkeit".

Im Bewußtsein, als menschliche Existenz an dieses Kreuz von Zeit und Ewigkeit genagelt zu sein, erhält existentieller Schmerz eine neue Bedeutung: An diesem Kreuzpunkt zweier Dimensionen eröffnet sich der Zugang zum überraumzeitlichen Sein — und dies ist der Angelpunkt für Transformation.

Sich mit dem Tod, mit dem eigenen existentiellen Schmerz, mit einem Stück Ewigkeit vertraut gemacht zu haben und das Leben aus dieser Perspektive begreifen zu können, ist ein wesentlicher Aspekt des Mannseins.
Teufel
Das ganze Tamtam und Geschreie beim Kampf gegen den Teufel da draußen dient einzig dazu, nicht zu bemerken, dass wir vor einem Spiegel stehen.

Wir definieren unser Ich als das Gute und projizieren das Böse auf die anderen. Wir kreieren Leben als ein Armageddon "Gut gegen böse".

Auf dem Weg zu Individualität und Bewußtsein ist es unerlässlich, sich diesen "Teufel", den Schatten
C.G. Jung
als das Fremde vertraut zu machen, um es ins Eigene integrieren zu können, soweit das Eigene bewußt und stabil ist.

Auf diesem Weg war es schon immer unerlässlich, Tabus offenzulegen und als mögliches Eigenes zu erforschen — um dann eine bewußte Position dazu zu finden und eventuell im Schatten fündig zu werden und eigene brachliegende Kräfte freizumachen.  
 

 
D
er Schatten ist ein Engpass, ein schmales Tor, dessen peinliche Enge keinem erspart bleibt, welcher in den tiefen Brunnen hinuntersteigt. Man muss sich aber selber kennenlernen, damit man weiß, wer man ist. Denn das, was nach dem Tore kommt, ist unerwarteterweise eine grenzenlose Weite voll unerhörter Unbestimmtheit, anscheinend kein Innen und kein Außen, kein Oben und kein Unten, kein Hier und Dort, kein Mein und Dein, kein Gutes und kein Böses.        (C.G. Jung)

 
 
 
Kontakt + Impressum    Aktualisiert : 30.7.2017