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empowerman
 
Worum es geht - ein paar Gedanken zu "Männerarbeit"
Klischee, Scham und Mut
In einer Zeit, in der die männlichen Werte unserer Väter und Großväter diffamiert werden als kranke Abartigkeiten, derer wir uns zu schämen haben, verwundert es nicht, dass das Wort "Männergruppe" das Klischee von emotions­schwangerem Stuhlkreis bedient, wo erwachsene Männer einander mit Instrumenten aus Sozial­pädagogik und Psycho­therapie zu guten Menschen umbauen, die die Erwartungen ihrer emanzipierten Partnerinnen erfüllen.

Angesichts solcher Vorstellungen wird verständlich, wenn der gewöhnliche Mann sich fragt, ob so ein Männer­gruppen­teilnehmer überhaupt noch als richtiger Mann durchgehen würde und ob ein Kraftsport- oder Motivations­training nicht viel mehr Bewunderung brächte. In unserer Zeit gibt es Männer, für die ist das die entscheidende Frage.

Veränderung
Bedeutet Veränderung, uns den Erwartungen einer morbiden Gesellschaft anzupassen? Sollten wir uns zu selbst­optimierenden Maßnahmen verdonnern, bis es passt? Braucht es nicht viel mehr Mut, wirklich man selbst zu sein und die eigene Größe, Herzenskraft und kühne Kreativität zu wagen, ohne sich immer wieder
„Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepaßt an eine zutiefst kranke Gesellschaft zu sein.“ (Jiddu Krishnamurti)
selber in die Pfanne zu hauen? Bedeutet Ver­änderung vielleicht, so zu werden, wie ich gemeint bin?  
 


Unsere Wurzeln:
Die Linie der Väter
Die Wurzeln unseres Mannseins reichen weit hinunter in die Generationen unserer Väter und Großväter, und die Voraussetzung, an die Kraft dieser Wurzel angeschlossen zu sein, ist, unsere Vorfahren zu ehren und unser menschliches Dasein in all seinen Aspekten als ererbten Teil einer gewachsenen Kultur, einer Traditions­linie und einer gemeinsamen Geschichte anzuerkennen.

Das ist Teil der Männerarbeit und bedeutet für viele ein "Aufwachen" und ein Be­greifen, in welch ungeahntem Ausmaß wir in der ideologischen Trance des modernen Zeit­geistes
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt       (Johann W. v. Goethe
Neudeutsch "Göhte" geschrieben
)
ge­fangen sind — und dass es notwendig und möglich ist, uns "radikal" aus dieser Gefangen­schaft zu befreien.

mann selbst sein
Alles, was ein Mann an wirklicher Kraft, Liebe, Würde, Größe und Verantwortung in seiner Welt geben und leben kann, kommt aus seinem Eigenen und aus der Freiheit, dieses Eigene zu leben. Es kommt niemals aus dem Erfüllen von Erwartungen - ganz gleich von wem.
Dieses "Eigene", dieses "Selbst", diese lebendige Essenz ist nicht etwas Fixes, sondern entspringt in jedem Augenblick dem Fluss des Lebens und dem Spiel mit dem Du.  
 

Das Größere
Jeder wache Mensch kommt in seinem Leben in Situationen, in denen etwas Größeres sichtbar, spürbar wird. Man muss sich nicht für die
Die Heimat eines Mannes muss die Ewigkeit sein, von Augenblick zu Augenblick. Ohne sie ist er verloren und greift, immerfort strebend, nach Rauchschwaden. Ein Mann muss alles tun, was nötig ist, um diese ewig neue Erkenntnis zu gewinnen und sein Leben an ihr auszurichten.
(David Deida)
blasphemischen Gottesbilder der Religionen erwärmen, um dieses Nicht-Erkennbare, Über-Raumzeitliche als bedeutend für das eigene Leben an­zuerkennen. Und große Klarheit und Authentizität lebt in dem Mann, der sich getragen weiß von etwas, das größer ist als er selbst, dem er dient und das sein Handeln legitimiert.  
 
 
 

Persönlichkeit
Persönlichkeit ist die höchste Verwirklichung der eingeborenen Eigenart des besonderen lebenden Wesens.

Persönlichkeit ist die Tat des höchsten Lebensmutes, der absoluten Bejahung des individuell Seienden und der erfolgreichsten Anpassung an das universal Gegebene bei größtmöglicher Freiheit der eigenen Entscheidung.

(C.G. Jung)
Vom Werden der Persönlichkeit, S. 135

 
 
 
 
 
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